Mut, Freunde und Angst
Hier sind also die ersten Seiten aus Redsch Sirachs Tagebuch. Es liegt ganz offen in seiner Wohnung, so dass jeder Bewohner und Gast einen kurzen oder längeren Blick werfen kann. Für alle anderen gibt es hier die abfotografierten Seiten sowie (Redschs Handschrift lässt manchmal zu wünschen übrig) die wichtigsten Passagen als Texte. Bei Interesse verschickt Redsch auch gern hochauflösende Bilder. Schreibt ihm einfach ein E-Mail und sagt dazu, welche Tagebuch-Seite Ihr Euch ganz aus der Nähe anschauen wollt. So – genug der Vorrede.
24. November
“Mut” — 1/2 krank, halb verängstigt, halb wütend, halb fröhlich. So viel Hälften hat kein Mensch. Streiche Angst, Krank, Wut. Bin froh, war richtig so.
Ein jeglicher Freund spricht wohl:
“Ich bin auch Freund;”
Aber etliche sind allein
mit dem Namen Freunde.
Wenn Freunde einander Feind werden,
so bleibt der Gram bis in den Tod.
Ach, wo kommt doch das böse Ding her,
dass die Welt so voll Falschheit ist?
Wenn’s dem Freund wohl geht, so freuen sie sich mit ihm;
wenn’s ihm aber übel geht, werden sie seine Feinde.
[Das Buch Jesus Sirach 37,1]
25. November
“Angst” — Nur noch 1/8 krank, aus morgendlicher Restwut bleibt Enttäuschung und die Traurigkeit der Wahrheit zurück. Aus Streit wird Angst — aus Angst wird Bewegung mit letzter Kraft. Wenn man jeden Tag die dann “letzte Kraft” für Gutes einsetzt. Dann, dann hat man Hoffnung. Dann lebt man wieder aus dem Herzen. Und: Alles kommt zurück, was man gibt. Im Guten und auch. – Aber das ist jetzt OVER.